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Ab 2019 kein Zeitungungsdruck mehr
Ringier schließt Zeitungsdruck in Adligenswil

12.11.2017 ► Bei der Zeitungsdruckerei von Ringier in Adligenswil gehen Ende 2018 die Lichter aus. Der Schweizer Medienkonzern Ringier will seine Zeitungsdruckerei im Luzerner Vorort Adligenswil schließen. Davon sind 172 festangestellte Mitarbeiter betroffen, die bis zur Schliessung Ende 2018 weiterbeschäftigt werden sollen. Ringier konzentriere seine Druckaktivitäten auf Swissprinters in Zofingen, wo Werbemittel, Zeitschriften und Kataloge hergestellt werden.
„Der Zeitungsdruck in der Schweiz verzeichnet erhebliche Überkapazitäten, die Marktpreise sind enorm unter Druck geraten“, wird Ringier-CEO Marc Walder in einer Unternehmens-Mitteilung zitiert. Und die Zukunftsaussichten seien schwierig. In der Stellungnahme von Ringier heißt es: „Aufgrund ungenügender Auslastung der Produktionskapazität kann das Druckzentrum in Adligenswil künftig nicht mehr kostendeckend betrieben werden. Der Verlust mehrerer bedeutender Druckaufträge in den letzten Monaten sowie generell rückläufige Auflagen haben die wirtschaftliche Lage zusätzlich verschärft.“ Außerdem wolle man mit dieser Entscheidung „der generellen Verschiebung vom Print- zum Online-Publishing“ Rechnung tragen.
Die von Ringier und Ringier Axel Springer Schweiz verlegten Zeitungen „Blick“, „Blick am Abend“, „Sonntags Blick“, „Handelszeitung“ und „Le Temps“ sollen künftig in den Tamedia-Druckzentren Zürich, Bern und Bussigny gedruckt werden. Es mache den Eindruck, dass den großen Medienhäusern in der Schweiz der Wille fehle, ihre Druckereien auch unter verändernden Marktbedingungen weiterführen zu wollen, kritisiert die Gewerkschaft Syndicom: „Ob Tamedia – inzwischen quasi Monopolzeitungsdruckerei – auch in Zukunft so günstig offerieren wird, wenn die ganze Konkurrenz verschwunden sein wird, wird sich zeigen.“ Tamedia ist Herausgeberin des „Tages-Anzeiger“, der Gratiszeitung „20 Minuten“ und druckt in ihrer Zeitungsdruckerei bereits die „Neue Zürcher Zeitung“ oder die „NZZ am Sonntag“.